Ginsenganbau auf der FloraFarm

Beim Koreanischen Ginseng handelt es sich um eine Staude, die im Herbst alle oberirdischen Pflanzenteile abwirft und Winterruhe hält.

Ginseng ist ursprünglich eine Waldpflanze und verträgt daher nur wenig Sonne. Deshalb ist eine ausreichende Beschattung der Ginsengfelder für das Gedeihen der Pflanzen ganz wichtig. Im Frühjahr, kurz vor dem Austreiben der Pflanzen, werden die Schattendächer aufgestellt. Im Herbst werden sie wieder abgebaut, um Schäden der Anlage durch Sturm oder Schnee zu verhindern.

Ginsengfeld im Sommer auf der FloraFarm

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Anbau ist das Verhindern von Staunässe. Der Boden sollte daher gut durchlässig sein. Zusätzlich werden die Beete ähnlich wie beim Spargelanbau in Hügeln angelegt, um das Regenwasser schneller abfließen zu lassen.

Eine dicke Mulchschicht, zum Beispiel aus Stroh, hält genügend Feuchtigkeit im Boden, schützt die Wurzeln im Winter vor Frostschäden und vermindert das Wachstum von Wildkräutern.

Erst nach sechs Jahren Wachstum werden die Ginsengwurzeln im Herbst geerntet. So lange sollten die Pflanzen wachsen, um optimale Ginsenosidgehalte in den Wurzeln zu erlangen und damit den Qualitätskriterien für ein hochwertiges Arzneimittel zu entsprechen.

Jungbauer Clemens von der FloraFarm beisst in Ginsengwurzel.

 

In einem Interview mit Deutschlandradio Kultur berichten Heinrich und Gesine Wischmann über den Ginsenganbau auf der FloraFarm. Interessantes zur Ginsengernte auf der FloraFarm bieten diverse Filmbeiträge.

Die im Hochsommer so herrlich rot leuchtenden Beeren der Ginsengpflanze werden alljährlich geerntet - sie werden als Saatgut für die Anlage neuer Ginsengfelder benötigt. Die Ginseng-Gärten der FloraFarm erstrecken sich mittlerweile über eine Fläche von neun Hektar.

Qualitätsrichtlinien

Bei einem pflanzlichen Arzneimittel wie Ginseng haben die Anbaumethoden einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität. Wir von FloraFarm arbeiten streng nach den Leitlinien der Guten Landwirtschaftlichen Praxis (GAP) von Arznei- und Gewürzpflanzen.

Außerdem orientieren wir uns an traditionellen koreanischen Regeln. „Sapientia lenta“ – das Wissen um den langsamen, stetigen Weg – bedeutet im Anbau: Wer guten Ginseng ernten will, braucht viel Geduld. Von „Sapientia lenta“ abgeleitet ist das Kürzel SL – ein Qualitätsmerkmal, das sich in den Namen unserer Ginsengprodukte wieder findet.

Nach dem Waschen und Trocknen der Wurzeln wird ein Teil der jährlichen Ernte zu einem Extrakt weiterverarbeitet. In einem schonenden Verfahren werden die Wirkstoffe in Pulverform aufkonzentriert und anschließend in Kapseln abgefüllt. Auch für die FloraFarm Kosmetik wird der so hergestellte Ginsengextrakt verwendet. Kapseln und Kosmetik werden im Auftrag von FloraFarm von deutschen Arzneimittel- bzw. Kosmetikherstellern produziert.